Was muss nach SüwVo Abw geprüft werden?

Geprüft werden müssen alle im Erdreich oder unzugänglich verlegte privaten Abwasserleitungen zum Sammeln oder Fortleiten von Schmutzwasser oder mit diesem vermischten Niederschlagswasser einschließlich verzweigter Leitungen unter der Keller-Bodenplatte oder der Bodenplatte des Gebäudes ohne Keller sowie zugehöriger Einsteigeschächte oder Inspektionsöffnungen. Ausgenommen sind Abwasserleitungen zur alleinigen Ableitung von Niederschlagswasser und Leitungen, die in dichten Schutzrohren so verlegt sind, dass austretendes Abwasser aufgefangen und erkannt wird.

Für bestehende häusliche Abwasserleitungen außerhalb von Wasserschutzzonen wird landesweit keine Prüfung vorgeschrieben! Dort ist die Abwassersatzung der jeweiligen Kommune zu beachten.

Wann muss ich meinen Abfluss prüfen lassen?

  • Die Abwasserleitungen und Schächte müssen nach einer Gebäudeentkernung und/oder eines Totalumbaus einer Dichtheitsprüfung DR 1 nach DIN EN 1610 unterzogen werden. d.h. Die Grundleitungen müssen mit Hochdruck gereinigt und mittels Kamera befahren werden. Erst nach dieser Prüfung ( positiver Prüfung) dürfen die Abwasserleitungen weiter betrieben werden.

  • Bei wesentlichen baulichen Veränderungen mit Auswirkung auf die Entwässerungsanlage, wie Gebäudesanierung einschließlich der Entwässerungsanlage, wie der gesamten Sanitärinstallation und Küchenentwässerung und oder Erweiterung von mehr als 50% der Abwasseranlage. Des Weiteren bei Umbau oder Erweiterung der befestigten Außenanlage und/oder Anschluss an die bestehende Entwässerungsanlage.

  • Für Punkt 2 gilt: Die Grundleitungen sind im Zuge der Baumaßnahmen einer einfachen Dichtheitsprüfung (DR 2) zu unterziehen.

  • Bei baulichen Veränderungen mit Einfluss auf die Entwässerungsanlage, bei denen eine Überbauung der vorhandenen Grundleitung erfolgt, sind diese Leitungen während der Bauphase mindestens mittels optischer Inspektion zu prüfen.

  • Nach Neubau der Kanalgrundleitung, sowie nach Wiederinbetriebnahme stillgelegter Abflussleitungen.

Zeiträume der Prüfungen

Bei Neubau oder nach wesentlicher Änderung (insbesondere bei einer Sanierung/Erneuerung) müssen private Abwasserleitungen unverzüglich geprüft werden.

Häuslichen Abwasserleitungen (innerhalb Wasserschutzgebiet), Errichtung vor dem 01.01.1965 Frist bis 31.12.2015
Häuslichen Abwasserleitungen (innerhalb Wasserschutzgebiet), Errichtung nach dem 01.01.1965 Frist bis 31.12.2020

Für bestehende häusliche Abwasserleitungen außerhalb von Wasserschutzzonen wird landesweit keine Prüfung vorgeschrieben!

Gewerbliche Abwasserleitungen in Wasserschutzgebieten:
Industriellen oder gewerblichen Abwasserleitungen, Errichtung VOR dem 01.01.1990 Frist bis 31.12.2015
Industriellen oder gewerblichen Abwasserleitungen, Errichtung NACH dem 01.01.1990 Frist bis 31.12.2020

Wichtig:
Außerhalb von durch Rechtsverordnung festgesetzten Wasserschutzgebieten orientieren sich die Prüfpflichten ebenfalls an dem Gefährdungspotenzial. Bestehende Abwasserleitungen, die zur Fortleitung industriellen oder gewerblichen Abwassers dienen, für das Anforderungen in einem Anhang der Abwasserverordnung festgelegt sind, sind erstmals bis spätestens zum 31. Dezember 2020 auf Zustand und Funktionsfähigkeit prüfen zu lassen. Für die Prüfung anderer Abwasserleitungen wird keine landesweit geltende Frist zur Erstprüfung vorgegeben. Unabhängig hiervon kann die Gemeinde von ihrer Satzungsermächtigung (§ 53 Absatz 1e Satz 1 Nummer 1 Landeswassergesetz) Gebrauch machen.

Welche Prüfverfahren sind zugelassen?

Bei Neubau oder erneuerten Abwasserleitungen ist grundsätzlich eine Prüfung mit Wasser oder Luft durchzuführen (DIN EN 1610). Wenn der AG keine Angaben über Lage, Länge und Dimensionen der Leitungen machen kann, ist auch hier vorab eine TV-Inspektion notwendig, da sonst die zulässige Verlustmenge bei der Dichtheitsprüfung nicht errechnet werden kann.

Bei bestehenden Leitungen ist die Kamerauntersuchung als Prüfung ausreichend, wenn Schäden dadurch zu erkennen sind.

Die jeweilige Kommune hat die Möglichkeit in Ihrer Satzung das Prüfverfahren vorzuschreiben.

Dokumentationen

Welche Unterlagen beinhaltet die angefertigte Dokumentation bei Prüfung der Abwasserleitungen?

Sie erhalten von uns nach Abschluss der Arbeiten folgende Anlagen:
+ Lageplan ( Skizze)
+ Haltungsbericht ( Schaden und Schadensklasse)
+ Bilddokumentation der Örtlichkeiten
+ eventuell Prüfprotokoll der DR 2
+ Dokumentation der Anlage
+ Prüfbescheinigung

Wiederholung der Prüfung

Nach welcher Frist findet eine Wiederholungsprüfung statt?

Abwasserleitungen, die zur Fortleitung häuslichen Abwassers dienen, sind abweichend von der DIN 1986 Teil 30 jeweils nach 30 Jahren einer Wiederholungsprüfung zu unterziehen. In durch Rechtsverordnung festgesetzten Wasserschutzgebieten beginnt die Frist mit Ablauf der in Absatz 3 für die erstmalige Prüfung gesetzten Frist.

Sanierungsfristen

Welche Sanierungsfristen bestehen im Falle eines Schadens?
Grundstückseigentümerinnen und Grundstückseigentümer haben große Schäden an Abwasserleitungen kurzfristig zu sanieren oder sanieren zu lassen. Mittelgroße Schäden sind in einem Zeitraum von zehn Jahren zu sanieren. Bei Bagatellschäden ist eine Sanierung in der Regel vor der Wiederholungsprüfung nach § 8 Absatz 8 nicht erforderlich. § 8 Absatz 6 gilt entsprechend.

HINWEIS NACH § 36 VERBRAUCHERSTREITBEILEGUNGSGESETZ (VSBG)

Die Firma Gerwing und Söhne GmbH wird nicht an einem Streitbeilegungsverfahren vor einer Verbraucherschlichtungsstelle im Sinne des VSBG teilnehmen und ist dazu auch nicht verpflichtet. Link zur OS-Plattform der EU: http://ec.europa.eu/consumers/odr